
Samstag vor einer Woche fand pünktlich zu Halloween eine Geburtstagsparty für Georg Sänger, erfolgreichen Parfümfabrikanten, statt. Gut, Georg hatte nicht viel davon, denn er zog es vor ermordet zu werden
, umso mehr Spaß hatten dafür die potentiellen Mörder…
Womit wir auch gleich beim Einstieg in den Fall „Der Duft des Mordes“ aus der KrimiTotal Reihe wären. An der Geburtstagsfeier nahmen fallgemäß Georgs angesehener Vater Alfred, seine getreue Frau Gabrielle, Firmenanwalt Dr. Sommerfeld und etliche weitere Figuren teil, die sich nun tags darauf der unglücklich geendet habenden Feier, gemeinsam mit der für den Fall beauftragten Inspektorin Karla Fischer, einfinden, um den Täter zu entlarven.
Die Vorbereitung

Der Italiener Roberto di Salvo
Wie für KrimiTotal-Spiele üblich erfolgt die Vergabe der teilnehmenden Rollen, sowie die organisatorische Vorbereitung des Abends, durch einen Spielleiter – üblicherweise derjenige der sich das Spiel online gekauft hat und wohlweislich die meiste Erfahrung im Umgang mit den Krimi-Rollenspielen haben wird. In unserem Fall war ich der Spielleiter, hatte aber bis auf hochlobende Erfahrungsberichte von meinen Rezensenten-Kollegen auf Spieletest keine wirklichen Vorkenntnisse, geschweige denn gar eigene Erfahrungen mit Krimi-Rollenspielen, vorzuweisen…
Warum das von Bedeutung ist? Nun, weil KrimiTotal-Spiele üblicherweise ein wenig Vorbereitung brauchen. Jeder Teilnehmer, der eine der Rollen übernimmt (und somit nicht nur einfach zugucken und sich den Bauch am Buffet vollschlagen will
), muss zuvor seine Rollenbeschreibung erhalten, die nicht nur die allgemein allen zugänglichen Informationen zu seiner und den übrigen Rollen sowie zum Spielablauf enthält, sondern auch persönliche, nur seine Rolle betreffende Informationen die er bis zum Beginn des Krimiabends tunlichst geheim zu halten hat (es wäre doch recht witzlos, würde der Mörder sich beim mitraten-wollenden Spielleiter darüber erkundigen, was er als Mörder denn zu beachten habe :-/ ).

Stimmungsvolles KrimiTotal-Abend Ambiente
Glücklicherweise gab mir die Spielanleitung wirklich alle nötigen Hilfestellungen im Bezug auf alle mit der Rollenvergabe und dem eigentlichen Spielabend nötigen Vorbereitungen, darunter auch Hinweise zur Kostümierung oder zur Bereitstellung einer abendlichen Verpflegung. Unbedingt notwendig ist das klarerweise nicht, aber da ein Rollenspiel von der atmosphärischen Untermalung, der stimmigen Gestaltung lebt, sollte man hier nicht zu kleinlich sein
.
Das eigentliche Spiel
Am Spielabend trafen dann auch alle Teilnehmer ein; eine bitternötige Voraussetzung, denn fehlt auch nur ein der am Fall teilnehmenden Rollen (genauer gesagt der diese Rolle übernehmende Mitspieler), so kann das Spiel nicht gespielt werden. Man sollte sich daher im Vorhinein das Kommen bestätigen lassen, um das Risiko eines Ausfalls des Abends (Notfälle können ja immer passieren) möglichst minimal zu halten.

Hat der stets verschlossene Firmenanwalt etwas mit dem Mord zu tun?
Das Spiel selbst läuft dann in mehreren Runden ab, in welchen die Inspektorin (oder der Inspektor) zuerst die jeweils neuesten Ermittlungsergebnisse der Polizei vorliest und sodann die Mitspieler persönliche Hinweise zu ihrer oder zu anderen Figuren erhalten (dazu gibt es für jede Rolle ein kleines Heftchen mit den Hinweisen der einzelnen Runde). Im Anschluss darauf erfolgt dann jeweils eine heitere Mischung aus Verdächtigen und Verharmlosen der aus den Hinweisen erhaltenen Informationen,
denn man will ja nicht zufälligerweise als Unschuldiger zum Mörder abgestempelt werden
. Soll man sich also kräftig einbringen, um möglichst viel zu erfahren oder wird einem das möglicherweise als Versuch des Ablenkens angehaftet… oder ist es gar das allzugroße Unbeteiligtsein, das den Verdacht auf einen lenkt? Schwierig schwierig, aber unglaublich spaßig
…
Nach 5 derartigen Runden folgt dann noch die Anklage, also das Beurteilen der Fragen nach Mörder und Tatmotiv, bevor schlussendlich der Fall aufgeklärt wird. Die Beurteilung sollte dabei gleichzeitig und geheim erfolgen, damit man nicht aufgrund der bisherigen Verdächtigungen „rechnerisch“ (anstatt kombinatorisch) eine Verdächtigung ausspricht.
Fazit

Kann Maximilian seiner Verlobten noch trauen oder spielt sie gar ihr eigenes Spiel?
Meine Güte, was haben wir an diesem Abend gelacht, als wir dieses, unser erstes gemeinsames, KrimiTotal ausprobiert haben. Die wildesten Spekulationen und Verdächtigungen, intrigante Überraschungen und misteriöse Begebenheiten, einfach alles war vorhanden.
Fall und Lösung sind dabei in sich stimmig und durchaus auch von den Teilnehmern lösbar, wenngleich es sicherlich hilfreich gewesen wäre, wenn jeder Teilnehmer einen Plan des Tatortes gehabt hätte, auf der er seine erhaltenen Hinweise und diesbezügliche Gedanken eintragen hätte können.
Abgesehen dieses kleinen verbesserungswürdigen Umstandes, hat der Abend wirklich gerockt, alle Gäste waren hellauf begeistert, kurzum: Der nächste KrimiTotal-Fall ist schon bestellt!
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